Der Mann hinter dem Award: Interview mit Rubin Lind (19), Unternehmer aus Hamm

Der TOP TALENTS UNDER 25 Award wurde von Rubin Lind ins Leben gerufen, um herausragende Persönlichkeiten und Talente seiner Generation, der Gen Z, sichtbar zu machen. Im Interview erzählt er woher er kommt, warum er mit 17 Jahren lieber ein Unternehmen gegründet hat anstatt auf Parties zu gehen und welche Welt er sich für seine Kinder einmal wünscht.

Du hast mit 17 Jahren ein Unternehmen gegründet und beschäftigst jetzt 12 Mitarbeiter und 30 Redakteure. Warum nicht einfach lieber ein Gap Year und ganz viel Party?

Ich wusste damals nicht, was ich nach der Schule machen sollte. Während der Schulzeit habe ich mich mit der Problematik des digitalen Lernens beschäftigt. So beschloss ich, das einfach weiter zu machen und zu schauen, wo mich das nächste Jahr hinführt. Ich war und bin einfach der festen Überzeugung, dass aktuell der beste time-to- market für unser Bildungsprodukt ist, weshalb ich mich entschlossen habe, nicht einfach ins Ausland zu fahren oder zu studieren. 

Ich bereue diese Entscheidung auf keinen Fall und habe in der Zeit, in der ich mich intensiv mit dem Thema Unternehmertum und Unternehmensführung beschäftigt habe, viel lernen dürfen.

Welche Vorbilder hast Du? Liegt das Entrepreneurship in der Familie?

Das Thema Unternehmertum, wurde nie groß in meiner Familie kommuniziert. Meine Eltern sind Künstler und verbeamtet. 

Auch in der Schule hatte ich eigentlich so gut wie keine Berührungspunkte mit diesem Thema.

Während meiner Zeit in der Oberstufe war ich in einer Schülerfirma. Ich habe damals den Startupteens-Wettbewerb kennen- gelernt und daran teilgenommen und bin so ein wenig in die Entrepreneurship-Szene hineingerutscht.

Ich schätze einige der amerikanischen Größen sehr, beispielsweise Elon Musk oder Jeff Bezos. Besonders bewundernswert finde ich Leonardo da Vinci; er war seiner Zeit einfach um Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte voraus.

Wo findest Du Austausch und Netzwerk?

Am Anfang bin ich recht häufig auf Messen und Start Up-Veranstaltungen sowie Wettbewerbe gegangen. Inzwischen versuche ich mir die Zeit gezielter einzuteilen und besuche nur noch die Konferenzen oder Veranstaltungen, auf denen ich selbst sprechen muss. Wenn man einmal damit beginnt sich ein Netzwerk aufzubauen und zu verstehen wie Netzwerken richtig und sinnvoll für jeden Beteiligten funktioniert, kann man recht schnell spannende Leute für das eigene Umfeld kennen lernen und so Synergien schaffen, die beide voranbringen.

Wie gehst Du mit Rückschlägen um? 

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich in meinem jungen Alter noch nicht so wahnsinnig viele Rückschläge im Unternehmertum erlebt habe, zum Glück! Es gibt immer wieder Situationen, die nicht leicht zu handhaben sind oder wo man verzweifelt, weil man nicht weiß, wie genau es weitergehen soll. Aber ich hatte jetzt noch keine Millionen Deals, an denen ich gescheitert bin.

Du hast in Deinem Berufsalltag mit Menschen zu tun, die 10, 20 Jahre älter sind als Du. Wie gelingt es Dir, schnell Zusammenarbeit auf Augenhöhe herzustellen? 

Ich denke es ist der Austausch und die Perspektive der verschiedenen Altersgruppen, die erst interessante Möglichkeiten des Austausches schaffen, weil man einfach ganz unterschiedlich auf das Leben, Situationen und Probleme schaut.

Natürlich muss man manchmal damit kämpfen, dass Leute anfänglich nicht sofort  an die Kompetenz eines 17,18 oder 19-jährigen glauben. Sobald man aber miteinander redet stellst mein Gegenüber meistens schnell fest,

daß es einen lohnenswerten Austausch geben kann.

Nicht jeder weiß mit 17 Jahren so genau, was er mal machen will. Was rätst Du anderen jungen Menschen auf der Suche nach dem richtigen Beruf? 

Man sollte sich ausprobieren und schauen, in welchen Bereichen seine Stärken liegen. Findet man das heraus, kann man diese bewusst stärken und darin noch besser werden. Gerade im unternehmerischen Kontext kann man sich ganz leicht ausprobieren und herausfinden, wo die persönlichen Stärken liegen.

In welcher Welt willst Du leben, wenn Deine Kinder so alt sind wie Du heute?

Hoffentlich schaffen wir es bis dahin, unseren heute so unbedachten Konsum zu minimieren und auf mehr Nachhaltigkeit zu achten, sodass jeder bewusst mehr Verantwortung trägt. Die technische Weiterentwicklung wird sich weiter beschleunigen und wir werden noch mehr Prozesse automatisieren, gerade auch in Bereichen, an die viele Menschen heute noch gar nicht denken. www.rubinlind.com

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